Königspaar 1996-1997

Bernd u. Erika Eickhoff

Der Schützenfestmontag 1996

Nach dem üblichen Programmablauf am zweiten Tag des Schützenfestes ging es gegen 11.00 Uhr zum Vogelschießen nach draußen. Der amtierende Schützenkönig Martin Frese eröffnete das Ringen um die Königswürde. Ihm schlossen sich der Vorstand und die Offiziere an. Nach einer Weile mischten sich Thomas Giusti und Alfons Winterberg mit ins Geschehen ein.
Am Bierwagen herrschte Gedränge, denn das Wetter zeigte sich von seiner allerbesten Seite, so daß alle den entsprechenden Durst mitgebracht hatten. Einige Düdinghäuser Musiker standen ebenfalls am Bierwagen und beobachteten das Treiben unter der Vogelstange. Zu dieser Gruppe zählte auch Bernd Eickhoff, langjähriger Dirigent des Musikvereins Düdinghausen, der jedoch bis dahin „noch keinen Gedanken“ ans Schießen verloren hatte.
Er hatte es am frühen Morgen nicht geschafft am Schützenhochamt teilzunehmen und war erst nach Beginn des Schießens zu Halle gekommen. Auf dem Weg zu Schützenhalle hatte er Ruprecht Krevet getroffen. Und als die beiden im Gespräch die ersten Schüße knallen hörten, hatte Ruprecht noch gefragt: „Wei schütt dann dün Daach woall den Vugel aw ...“. Bernd hatte darauf geantwortet: „Ick, wei süss...“, und war dann weiter gegangen.
Als schon über eine Stunde lang ununterbrochen auf den Vogel geschossen war, meinte Bernd´s Bruder Walter zu ihm, er solle doch auch einmal auf den Vogel schießen. Wegen der Goldenen Hochzeit der Eltern einige Tage zuvor, seien die meisten auswärtigen Verwandten noch im Dorfe. Die Gelegenheit sei also passend, um noch eine Feier dran zu hängen.
So entschloß sich Bernd auf den Vogel zu schießen, dem schon gut zugesetzt worden war, und stellte sich bei den Bewerbern um die Königswürde an.
Die drei Bewerber schossen abwechseln jeweils eine Schießfolge von drei Schüssen. Bernd benötigte selbst nur noch 11 Schüsse, bevor mit dem insgesamt 225. Schuß der Rest des Vogels von der Stange fiel.
Unter dem Jubel des fröhlichen Schützenvolkes wurde der neue König in die Halle getragen. Bei der anschließenden Königsproklamation sah man eine doch „sehr geschockte“ neue Schützenkönigin, die sich jedoch schnell daran gewöhnte, nun für einige Zeit im Mittelpunkt zu stehen.
Der Hofstatt wurde aus den Mitgliedern des Musikvereins, nahen Verwandten und einigen Nachbarn zusammengestellt. Anschließend hieß es für Königin Erika, ein Kleid zu kaufen. Das Schützenvolk feierte noch fröhlich bis zum späten Nachmittag. Gegen 17.15 Uhr traten die Schützen erneut vor der Halle an, um das neue Regentenpaar abzuholen. Bei strahlendem Sonnenschein schlängelte sich am späten Nachmittag der Festzug durch die Straßen des Dorfes.
Danach folgten der Königs- und Kindertanz, bevor zur besonderen Freude und Überraschung des Köngispaares am Abend 50 Deifelder mit Unterstützung des Musikvereins Düdinghausen in die Halle einmarschierten, um dem neuen Königspaar zu gratulieren. Natürlich hatten die Musiker, die im Hofstaat waren, rein zufällig auch ihre Instrumente parat, so daß neben der Festmusik eine weitere Kapelle spielte und zur guten Stimmung am Königstisch beitrug.
Weitere Garanten für ein tolles Schützenfest waren neben der Festmusik aus Wünnenberg, die Thekenbesatzung von Frau Biederbick aus Ottlar.

Das Königspaar Bernd und Erika Eickhoff mit seinem prächtigen Hofstaat
Das Kreisschützenfest

Im Laufe ihres Schützenfestjahres kamen einige „Verpflichtungen“ auf Bernd und Erika zu.

Am zweiten Septemberwochenende nahmen sie am Kreisschützenfest in Altenbüren teil. Am Samstagnachmittag wurde der Kreiskönig ermittelt. Der Vorstand und der König hatten das Angebot des Schützenvereins aus Medebach gerne wahrgenommen, mit ihnen gemeinsam im Bus zum Vogelschießen zu fahren.

Als dann gegen 19.00 Uhr die Heimreise angetreten wurde, waren nicht nur die Düdinghäuser bereits sehr „vom Nachmittag gezeichnet“. Die Medebacher waren so gut drauf, daß ihr König lautstark darauf bestand, noch die Malztenne des Willinger Brauhauses aufzusuchen, um dort einen „Absacker“ zu nehmen. Die Besucher des Brauhauses staunten nicht schlecht, als rd. 25 Schützen in Uniform einkehrten.

Am Sonntag nahm das Königspaar mit Hofstaat und dem Vorstand am großen Festzug durch Altenbüren teil.

Im Festzelt kam am Tisch der Düdinghäuser sofort wieder mächtig Stimmung auf. Die Heimreise wurde um 19.00 Uhr angetreten.

Im Juni des darauffolgenden Jahres feierte der Schützenverein Willingen sein 10=jähriges Vereinsjubiläum. Hierzu war auch der Bürgerschützen= verein und sein Königspaar eingeladen worden. Wohl auch deshalb, weil Erika aus Willingen stammt und Bernd dort sehr viele Freunde hat. Zudem ist er Mitglied der Alphornbläser.

Auch dort wurde wieder ausgelassen gefeiert. Irgendwann tauchte auch noch unser Musikverein auf, der infolge eines anderweitigen Termins im Festzug nicht mitwirken konnte. So wurde noch kräftig in Willingen, in der Eissporthalle gefeiert, bis zu fortgerückter Stunde der Vorstand feststellte, daß sich nur noch Düdinghäuser im weiten „Rund“ befanden (wie immer).

Der Schützenfestsonntag 1997

In der Frühe wurde das Königspaar von der Musikkapelle mit einem Ständchen geweckt. Nach dem Kirchgang spielte der Musikverein Wünnenberg zum Platzkonzert vor der Kirche auf.

Um 14.00 Uhr traten die Schützenbrüder an der Halle an, um ihre Majestäten abzuholen. Nach dem Abholen des Hauptmanns und der Schützenfahnen traf der Festzug um 14.30 Uhr beim Königspaar ein.

Bei herrlichstem Sommerwetter nahm das Königspaar die Parade ab. (K)ein „Wölkchen“ war am Himmel auszumachen. Die Regenschirme können zu Hause bleiben, hatte sich das Regentenpaar gesagt!

So zog der Festzug die Egge hinunter. Vor der Kirche begrüßten die vielen Schaulustigen das Königspaar mit Applaus. Auf dem Wege zum Ehrenmal wurde dann das „eine Wölkchen“ Hauptdarsteller des Geschehens. Ein heftiger Regen-schauer setzte ganz plötzlich ein. Bis zum Eintreffen der Regenschirme fand der Hofstaat in Hugo Butterwegges Garage Unterschlupf, so daß die Hofdamen einigermaßen trocken blieben.

Unterdessen wurde trotz des heftigen Regenschauers die Gefallenenehrung durchgeführt. Nach einer Viertelstunde hörte es auf zu regnen, und der Hofstaat reihte sich wieder in den Festzug ein.

Aus Anlaß der langjährigen musikalischen Gestaltung des Hildfelder Schützenfestes nahm eine Fahnenabordnung des Schützenvereins aus Hildfeld am Festzug teil, worüber sich das Königspaar ganz besonders freute.

Die Alphornbläser aus Willingen bringen dem Königspaar ein Ständchen am (auf dem) Königstisch; von links Siggi (von der Heide), Wilfried Kesper und rechts neben dem Königspaar Klaus Hellwig

So verbrachten Bernd und Erika noch einen stimmungsvollen Tag als Königspaar in der Schützenhalle. Erheblichen Anteil am guten Gelingen des ersten Schützen-festtages hatten auch die Alphornbläser aus Willingen, die es sich nich nehmen ließen, dem Königspaar ein Ständchen zu bringen.