Königspaar 1993-1994

Lorenz u. Paula Frese


Der Schützenfestmontag 1993
Der amtierende Schützenkönig Manfred Künzel eröffnete am zweiten Schützenfesttag das Feuer auf den Aar. Bald fand sich auch Lorenz Frese am Schießstand ein. Nichts ungewöhnliches dachten die meisten Schützen. Denn dies hatte er auch schon in vielen Jahren zuvor getan. Aber bis zum Schluß hatte den Wettstreit um die Königswürde nie durchgehalten, oder es hatte ihm jemand den Vogel vor der Nase weg geschossen.

Als die Frauen in der Halle hörten, daß Lorenz unter den ernsthaften Bewerbern war, bastelten einige nicht ganz damenhaft in der Schützenhalle für ihn einen Orden "25 Jahre unfallfreies Schießen“.
Doch diesmal war alles anders. Lorenz stach alle Mitbewerber aus und holte mit dem 182. Schuß den Rest des Vogels von der Stange. Seine Frau Paula freute sich sichtlich mit ihm über den gelungenen Schuß, zumal sie nicht ganz unvorbereitet war.

Nach der Königsproklamation feierte das neue Königspaar mit den Festgästen bis kurz vor den um 17.00 Uhr angesetzten Festzug.

Unterdessen holten die Herren des Hofstaats den geschmückten Türkranz bei vorherigen König am Pön ab und trugen ihn, geschultert, mit Zwischenstop bei Hanses, durch das ganze Dorf.
 
König
„25 Jahre unfallfreies Schießen“ gehören ab sofort der Vergangenheit an !
König
Die Hofstaatsherren tragen den Kranz zum neuen Regentenpaar
 
Beim Festzug am Nachmittag fing es leider an zu regnen, so daß sich der Festzug auf dem direkten Wege zur Schützenhalle begab. Dies tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch. Das neue Königspaar feierte mit dem fröhlichen Schützenvolk noch bis in die frühen Morgenstunden.

Das Kreisschützenfest in Züschen
Beim Schießen um die Kreisschützenkönigswürde hatte unser König Lorenz am Samstag auf der Bullenwiese in Züschen leider nicht das erforderliche Glück derjenige unter rund 55 Bewerbern zu sein.

Am Sonntag startete der bestellte Bus mit Königspaar, Hofstaat, Vorstand und einigen Schützen gegen 12.30 Uhr nach Züschen. Nach dem der Ausgangspunkt gefunden war, begann das lange Warten bis zum Abmarsch. Doch dies hatte sich gelohnt, denn es war ein prächtiger Festzug, der sich durch die Straßen und Gassen Züschens schlängelte.
König
Eine „gute Figur“ machten unsere Majestäten Paula und Lorenz beim Kreisschützenfest in Züschen.
Die Stimmung im Festzelt war unbeschreiblich gut. Die vielen Musikkapellen und Spielmannszüge lieferten sich einen tollen Wettstreit nach Noten.

Kurz vor der vereinbarten Abfahrtzeit wurde plötzlich unser Hauptmann Willi Eickhoff vermißt. Es fand sich erst wieder ein, als das gesamte Festzelt bereits leer war, die Kellner die Tischdecken einrollten und die Düdinghäuser somit wieder mal als letztes den Heimweg antraten.

Im darauffolgenden Jahr nahmen 14 Tage vor unserem eigenen Schützenfest, das Königspaar Paula und Lorenz mit Hofstaat und Vorstand am Jubiläumsschützenfest in Deifeld teil.

Auch hier wurde wieder ein gelungenes Fest gefeiert.

Der Schützenfestsamstag 1994
Der Schützenverein feierte in diesem Jahr sein 125jähriges Vereinsjubiläum.

Das Fest wurde daher einen Tag länger als üblich gefeiert und begann somit bereits am Samstag. Der Vorstand hatte beschlossen, ein Jubiläumkönigsschießen durchzuführen. Teilnahmeberechtigt sollten alle ehemaligen Könige, die dem Verein noch angehören.

So traten die Schützen bereits am Samstagnachmittag vor der Kirche an, um den Hauptmann und die Fahnen abzuholen.

Beim Einmarsch in die Schützenhalle, präsentierte sich diese im festlichem Gewand. Pünktlich zum Jubiläumsschützenfest waren die im Jahre 1992 begonnenen An / und Umbaumaßnahmen in der Schützenhalle fertiggestellt. Der Sanitärtrakt war komplett neu erbaut und eingerichtet. Besonders stolz war der Schützenverein auf die neu installierte hochmoderne Warmluftanlage und den völlig neu gestalteten Thekenbereich. Neben der
Verlängerung der Theke um 6 m, war eine zusätzliche Zapfstelle eingerichtet, um nunmehr an drei modern eingerichteten Zapfstellen für gut gekühltes Bier vom Faß sorgen zu können. Einen besonderen Blickfang stellte das über dem Thekenbereich errichtete Dach dar, was mit Holzschindeln belegt worden war. Das Material für das schmucke Dach war von der Fa. Asmuth Leuchten gestiftet worden.

Nach dem der erste Durst an der Theke gelöscht war, rief Kassierer Ferdi Asmuth alle ehemaligen Schützenkönige auf, in den Lostopf zu greifen, um die Reihenfolge für das Jubiläumsschießen festzulegen.

Das Ringen um die Jubiläumsschützenkönigswürde begann um 15.00 Uhr und wurde vom amtierenden Schützenkönig Lorenz Frese eröffnet. 28 ehemalige Schützenkönige schlossen sich in der ausgelosten Reihenfolge an, so daß ein munteres, pausenloses Feuergefecht auf das von Willi Koert erbaute Wappentier begann.
 
König
...... bis wir wieder an der Reihe sind, trinken wir noch einen;
genau, genau, genau !
Im siebten Schießdurchgang und nach dem vier Könige vorzeitig das Schießen beendet hatten, war es Helmut Rauch, dem die Ehre zuteil wurde, Jubiläumskönig zu werden. Mit einem sichern Schuß holte er den Rest des Vogels von der Stange. Nach der Proklamation des Jubiläumsschützenkönigs wurde der weitere Festverlauf durch Hauptmann Willi Eickhoff bekannt gegeben.

Am Nachmittag gegen 18.30 Uhr wurde im Festzug zunächst das amtierende Königspaar Lorenz und Paula Frese und anschließend das Jubiläumskönigspaar Helmut und Inge Rauch
abgeholt. Neben den Majestätenpaaren, der Festmusik aus Rösenbeck und dem Tambourcorps Wünnenberg, präsentierte sich im abendlichen Festzug der Spielmannszug „Klingendes Spiel“ aus Seppenrade, der Königin Paula zu Ehren aus ihrem Heimatort im Münsterland angereist war, und durch höchst anspruchsvolle Musikdarbietungen brillierte.

Am Abend folgten Königs und Kindertanz.

Höhepunkt des Samstagabends war die feierliche Aufführung des Großen Zapfenstreichs, die pünktlich um 22.00 Uhr begann.

Zur Geschichte des Zapfenstreichs:

Zur Zeit der Landknechte war des Brauch, daß in den Feldlagern abends zu einer festgesetzten Stunde die Ordnung des Lagers für die Nacht hergestellt war und der Beginn der Nachtruhe angezeigt wurde. Das Zeichen dafür wurde vom Profos gegeben, der in den Söldnerheeren der damaligen Zeit die Regimentsjustiz innehatte.

Zu den Klängen eines Spils (Trommler und Pfeiffer) zog der Profos durch die Schänken und gebot mit einem Schlag auf den Zapfen des Fasses das Ende des Ausschanks.

Der Wirt durfte nun keine Getränke mehr ausschänken und die Landknechte hatten das Wirtshaus zu verlassen und sich zur Nachtruhe zu begeben.

Dieses hoheitliche Ritual wurde um 1815 durch König Friedrich Wilhelm III für die preußischen Truppen um den Gebetsteil erweitert und wird bis heute als besonderes feierliches Zeremoniell der Streitkräfte und unter anderem, des Schützenwesens geschätzt.

Während der Aufführung des Großen Zapfensteichs ruhte der Thekenbetrieb. Beim Aufmarsch der Ehrenformation war die Schützenhalle angedunkelt. Unter feierlicher Mitwirkung des Musikvereins Rösenbeck und des Tambourcorps Wünnenberg zog die Ehrenformation, gestellt aus der freiwilligen Feuerwehr Düdinghausen, unter Führung des Adjutanten in die Schützenhalle ein.
Der Adjutant meldete den Großen Zapfenstreich beim Jubiläumskönigspaar und amtierende Königspaar an und ab.

Nach dem Zapfenstreich sorgten die Musikkapellen für eine hervorragende Stimmung bis in die frühen Morgenstunden.

Der Schützenfestsonntag 1994
Der Schützenfestsonntag begann mit einem Schützenhochamt um 9.00 Uhr in der Pfarrkirche. Hierzu konnte der Vorstand alle Schützenvorstände des Stadtschützenverbandes und die Vorstände der Schützenvereine aus Usseln, Willingen und Brilonwald begrüßen.

Die Fähnriche der Gastvereine hatten mit den Fahnen im Kirchenportal Aufstellung genommen und verliehen der hl. Messe einen würdevollen Rahmen. Nach dem Gottesdienst traten die Vereine zur Gefallenenehrung an. Bürgermeister Günter Langen mahnte: „Krieg darf sich nicht wiederholen! Wir Schützen und alle sind dazu aufgerufen den Frieden zu erhalten!“

Beim anschließenden Festakt sprach Festredner Pfarrer Josef Otto zu den Schützen. In seiner nicht von jedermann mit Applaus bedachten Ansprache, kritisierte er die Haltung der katholischen Kirche zu weltlichen Dingen teilweise heftig und stellte klar, daß seines Erachtens eine Modernisierung der Kirchenspitze dringend erforderlich sei, damit die Kirche auch im nächsten Jahrtausend noch „gesellschaftsfähig“ sei.

Nachdem alle Bruderschaften und Schützenvereine ihre Gratulationsworte an den Bürgerschützenverein gerichtet hatten, schlossen sich die Vereine des Dorfes mit kurzen Gratulationen an. Der Festakt endete gegen 13.00 Uhr mit Konzertstücken des Musikvereins Rösenbeck und des Spielmannszugs Seppenrade.

Am Nachmittag traten die geladenen 12 Schützenvereine mit ihren Königspaaren und deren Gefolge, sowie drei Musikkapellen und vier Spielmannszügen im Park hinter der Halle zum großen Festzug an.

Mehr als tausend Zuschauer sahen das bunte Bild der Fahnen und Uniformen, der Königinnen und Hofdamenkleider in den Straßen von Düdinghausen. Damit der Zug seinen Weg reibungslos durch den Ort nehmen konnte, hatte der Vorstand die Marschroute weit auseinder gezogen. Während des Umzugs war das Wetter sehr unbeständig, was sich jedoch nicht auf die Stimmung bei den vielen Zuschauern und erst recht bei den Teilnehmern des Umzugs auswirkte.
 
König
Auf der Kirchenmauer stehend, nahmen das Jubiläumskönigspaar und das amtierende Königspaar,
bei leider nicht allzu gutem Wetter, die Parade ab
Das farbenfrohe Spektakel endete, nachdem sich die Düdinghäuser Königspaare und der Vorstand wieder in den Festzug eingereiht hatten und zur Schützenhalle marschierten.

In der Halle und im angrenzendem Festzelt auf Zimmes Wiese ging es bald im musikalischen Wettstreit der Musikvereine hoch her, bevor um 18.00 Uhr zunächst der Königstanz der Düdinghäuser Majestäten und anschließend aller amtierenden Königspaare stattfand.
Nach dem Kindertanz folgte der Schützenball, dem viele auswärtige Schützen und Königspaare noch lange in Kreise des feiernden Schützenvolkes aus Düdinghausen beiwohnten.

Erheblichen Anteil am guten Gelingen des 125 jährigen Vereinsjubiläums hatte Kiepen Henner, der an allen Tagen die Festbewirtung innehatte.