Königspaar 1985-1986

Heiner u. Beate Kaufhold


Der Schützenfestmontag. 1985

Der Tag begann wie immer mit der Schützenmesse um 8.30 Uhr. Nach dem anschließenden Marsch zur Schützenhalle und dem Kaffeetrinken ging es an der Theke wieder weiter mit dem munteren Feiern.

Als gegen 11.00 Uhr das Vogelschießen begann, hatte auch der Himmel seine Schleusen geöffnet. Aus diesem Grund hielten sich während des Vogelschießens die meisten Schützen in der Halle an der Theke auf. Der Musikverein Wünnenberg sorgte für die entsprechende Stimmung bei den Frauen an den Tischen.

Auch Heiner Kaufhold und seine beiden Schwäger Willi und Uli Eickhoff standen an der Theke. Als während einer kurzen Feuerpause Willi Eickhoff (Werl) zu ihm sagte: “Hör mal, du wolltest doch auch auf den Vogel schießen ...“ begab Heiner sich nach draußen um zu sehen, was dort vor sich ging.

Wie Willi dazu kam, erklärt wohl das alljährliche Spekulieren in Vorfeld des Schützenfestes. Wie immer wird dann an den Biertischen in den Wirtschaften unseres Dorfes die Frage gestellt: Wer schießt denn wohl diesmal den Vogel ab? Irgendwann hatte dies Heiner so genervt, daß er aus einer Bierlaune heraus erklärte: „Ich! Wie, habt ihr noch nicht gehört, daß ich in diesem Jahr den Vogel abschieße?“ Diese Aktion hatte er dann anschließend ganz vergessen, nur sein Schwager Willi nicht, der zudem diese Äußerung wohl vollkommen ernst genommen hatte.

Als Heiner draußen angekommen war, standen dort bei heftigen Nieselregen fünf Schützen unter der Vogelstange: Lorenz Frese, Friedhelm Krull, Friedhelm Rehne, Hans-Jürgen Lichte und Karl Briel aus Welleringhausen.

So dachte sich Heiner, stell dich einfach mal hinten an. Jeder der Bewerber gab fortan 6 Schuß auf den Vogel ab, um sich dann wieder anzustellen. Bei der dritten Runde war Heiners Vordermann Hans-Jürgen Lichte, gerade verhindert, so daß Heiner mit ihm den Platz tauschte und somit etwas eher zu seiner dritten Schießrunde kam. Beim letzten Schuß seiner Schußfolge fiel dann der Rest von dem Vogel, der in diesem Zeitpunkt nur noch aus dem Rumpf bestand, von der Stange.

Friedhelm Krull hatte als erster Gratulant den Königsschuß sofort kommentiert: „Durch den Vogel lief ein Riß, und du hast genau reingetroffen, ich habe es genau gesehen.“

Nach der Königsproklamation hieß es für Heiner und Beate, Hofstaat zusammenstellen, Blumen ordern, Kleid kaufen, und, und ..., so daß sie von den Feierlichkeiten in der Halle nicht sehr viel mitbekamen.

Das neue Königspaar unmittelbar nach der Königsproklamation mit Hauptmann Theo Butterwegge

Gegen 17.30 Uhr wurden die neuen Majestäten mit ihrem Hofstaat von den Schützenbrüdern unter Begleitung der Musikkapelle aus Wünnenberg abgeholt und in die Schützenhalle geleitet. Der Wettergott hatte auch ein Einsehen, und so blieb es während des Festzugs trocken. Aus Freude darüber, daß mal wieder ein jüngerer Schützenbruder den Vogel abgeschossen hatte, machten sich einige jüngere Schützenbrüder daran, einen Orden aus Pflastersteinen zurecht zu flexen (Ein-Stein am Bande), den sie dann dem Königspaar am Königstisch überreichten.

Das obligatorische Abendessen nahm das Königspaar zusammen mit dem Pastor Rudolf Cordes und dem Hofstaat im Speiseraum der Schützenhalle ein. Schon hier kam eine Superstimmung auf, vornehmlich geschürt von dem Vortrag: „Ein Schneider fängt ne Maus,“ dargeboten von Fixes Jupp. Dieses führte dazu, dass der Speißesaal für über zwei Stunden für die Besucher des Festes geschlossen blieb.

Der Abend endete nach Königs- und Kindertanz mit ausgelassenem Feiern am frühen Dienstagmorgen.

Das Stadtschützenfest fand in diesem Jahr in Oberschledorn statt. Daran nahm das neue Königspaar mit dem Vorstand teil. Mit den Königen aus den Nachbarorten, aus Deifeld (Lollo Welticke) und Oberschledorn (Rössli), haben wir dort, so Heiner, ein tolles Fest gefeiert.

Auch das Schützenfest in Titmaringhausen hat das Königspaar an allen drei Tagen gebührend mitgefeiert.


Der Schützenfestsonntag 1986

Das Fest im darauffolgenden Jahr 1986 begann mit dem Kranzwickeln am Freitagabend. Der gesamte Hofstaat war blendend gelaunt, und so wurde das Schützenfest gebührend eingeleitet.

Am Sonntagmorgen um 5.30 Uhr wurden die Majestäten vom Musikverein geweckt. Man konnte schon hier absehen, daß das Wetter gut werden würde.

Um 14.00 Uhr machten sich die Schützenbrüder auf den Weg, um das Königspaar am Anspel abzuholen. Nach dem Marsch durch das von vielen Schaulustigen bevölkerte Dorf marschierte der Festzug in die festlich geschmückte Schützenhalle, wo der neue Festwirt „Kiepen-Henner“ mit seiner Mannschaft das Schützenvolk begrüßte.

Ein Höhepunkt des Nachmittags war der Königstanz und anschließende Kindertanz.

Das Tambourcorps Wünnenberg beim Ständchen bringen am Königstisch
am Sonntagnachmittag
Nach etwas schleppendem Anfang kam der Hofstaat immer besser in Schwung, und so feierten das Königspaar, sein Hofstaat und das fröhliche Schützenvolk einen gelungenen Schützenfestsonntag, an dem neben dem Tambourcorps Wünnenberg auch die Musikkapelle aus Wünnenberg erheblichen Anteil hatten.