Königspaar 1974-1975

Theo u. Liesel Butterwegge

Der Schützenfestmontag 1974

Am Montag um 8.30 Uhr zelebrierte Pastor Cordes für die verstorbenen Schützenbrüder das Schützenhochamt. Danach ließ Hauptmann Johannes Figgen vor der Kirche zum Abmarsch zur Schützenhalle antreten. Nach dem Schützenfrühstück hieß es dann: „Antreten zum Vogelschießen“!

Bereits am Schützenfestsonntag hatte sich Theo Butterwegge nach dem großen Festzug vorgenommen, am Montag den Vogel abzuschießen, da in den Jahren zuvor stets eine schlechte Beteiligung beim Vogelschießen herrschte.

So war er am Montagmorgen zum Schützenhochamt mit den Worten aus dem Haus gegangen: „Liesel, heute schieße ich den Vogel ab!“

Er wartete zunächst die offiziellen Ehrenschüsse ab und begab sich dann zur Vogelstange. Nachdem er einige Schüsse abgegeben hatte, gesellte sich Willi Koert zu ihm, der wohl gleiche Gedanken gehegt hatte.

Schießmeister Alfons Winterberg sen. befragte beide, ob denn ihre Absichten auch ernst seien. Beide bejahten seine Frage, worauf er ihnen vorschlug, jeweils drei Schuß im Wechsel abzufeuern.

Für Theo war dies ganz was Neues! Zum erstenmal in seinem Leben mußte er nun mit einem Karabiner schießen. Und so schossen die beiden abwechselnd mehr als eine Stunde, bevor es richtig ernst wurde.

Kurz vor seinem Königsschuß meinte Theo zum Wilm: „So du brauchst jetzt nicht mehr wieder zu kommen!“

Mit dem übernächsten Schuß fiel der Vogel dann auch. Als erster Gratulant war natürlich Willi Koert zur Stelle.

Wie üblich wurde der neue König auf den Schultern seiner Kameraden und unter den Klängen von „Waidmannsheil“ in die Halle getragen.

Da Liesel Theos Äußerung am Morgen nicht so ganz ernst genommen hatte, war sie auch nicht in der Halle oder unter der Vogelstange gewesen. Von den Leuten im Dorf erfuhr sie dann, daß Theo Schützenkönig geworden sei. Obwohl sie sehr aufgeregt war, freute sie sich dennoch sehr.

Am Nachmittag präsentierte sich das neue Königspaar im Festzug der jubelnden Bevölkerung von nah und fern.

Das Königspaar beim Abnehmen der Parade mit Hauptmann Johannes Figgen
In der gut besetzten Schützenhalle folgten Königs- und Kindertanz.
Um 23.00 Uhr ließ Adjutant Paul Frese die beiden Schützenfahnen antreten. Unter den Klängen von Preußens Gloria marschierten die Fahnen zur Halle hinaus, womit das Schützenfest offiziell seine Ende fand.

Nicht so bei dem neuen Königspaar Theo und Liesel, ihrem Hofstaat und dem Schützenvolk. Bei guter Stimmung wurde bis in die frühen Morgenstunden fröhlich gefeiert.

Das Jubiläumsschützenfest in Oberschledorn

Am darauffolgenden Sonntag feierte die St. Antonius Schützenbruderschaft Oberschledorn ihr großes Jubiläumsschützenfest anläßlich des 100-jährigen Bestehens des Vereins. Zur Teilnahme am Festzug war natürlich auch der Bürgerschützenverein eingeladen worden. So hieß es für das neue Königspaar: „Teilnahme am Jubiläumsschützenfest in Oberschledorn“!

Jubiläumsschützenfest in Oberschledorn:

Das neue Königspaar im Festzug mit den Königsbegleitern

rechts Heinrich Kaufhold,
(Kriens) gest.1992

links Hans Gerk,
(Gerkes) gest.1987

Der gesamte Vorstand mit Fahnenabordnung, der Musikverein, sowie der komplette Hofstaat und eine staatliche Anzahl von Schützen traten bei der Gaststätte „Schwarzwald“ an und marschierten unter Begleitung des Musikvereins durch das Dorf hinauf zur Schützenhalle. Dabei hatten alle soviel Spaß, daß viele ältere Oberschledorner noch Wochen nachher der Meinung waren, daß sei der beste „Festzug“ vom ganzen Jubiläum gewesen.

Der Schützenfestsonntag 1975

Nach dem Hochamt am Sonntagvormittag spielte der Musikverein Wünnenberg das traditionelle Konzert vor der Kirche. Danach ging es zum Frühschoppen nach Hanses.

Um 14.00 Uhr wurde vor der Schützenhalle zum großen Festzug angetreten. Wie bereits seit fast 20 Jahre wurde auch in diesem Jahr der Festzug wiederum durch das Tambourcorps Wünnenberg verschönert. Nach dem Abholen des Köngispaares erfolgte die Kranzniederlegung durch den Hauptmann Johannes Figgen für die Verstorbenen und Vermißten beider Weltkriege am Ehrenmal. Bei strahlendem Sonnenwetter bewegte sich der Festzug durch Düdinghausen. Vor den Augen vieler einheimischer und auswärtiger Gäste konnte sich das Königspaar präsentieren.

Traditionell unter den Klängen von „Preußens Gloria“ marschierte der Festzug in die Halle ein. Dort ließ man das Königspaar zunächst hochleben, bevor als weitere Höhepunkte Königs- und Kindertanz auf dem Programm standen

Das Königspaar mit Hofstaat und gesamten Vorstand nach dem Festzug hinter der Schützenhalle beim Erinnerungsfoto
In diesen Jahren war es üblich, daß viele Auswärtige, unter ihnen auch Medebacher Geschäftsleute, unser Fest gern besuchten. Herr Dr. Wand, der als Hausarzt bei vielen Familien unserer Gemeinde sehr beliebt war, konnte vom Vorstand ebenfalls begrüßt werden. Nachdem er sich an der Theke bereits gut in Form gebracht hatte, kam er angeheitert zum Königstisch, auf die Bühne. Dort hatte er nur eines im Sinn!

Er wollte die Frauen des Hofstaates auf der Bühne untersuchen. Das war natürlich eine riesige Gaudi, bei der alle mitmachten und viel Spaß hatten.

Das Düdinghäuser Schützenfest ist bei vielen Besuchern aus nah und fern beliebt und wird gern besucht. Demzufolge muß die Musik „spitze“ sein. Mit diesen Worten dankten Theo und Liesel dem Musikverein Wünnenberg und dem Tambourcorps Wünnenberg, die das Schützenfest zur Zufriedenheit aller musikalisch gestaltet hatten.

Bis in die frühen Morgenstunden feierte man, wie in Düdinghausen üblich, ein sehr ausgelassenes Schützenfest, an dessen positivem Verlauf der Festwirt Hans-Otto Jäger aus Willingen ebenso großen Anteil hatte.