Königspaar 1968-1969

August und Maria Rehne



Der Schützenfestmontag 1968

Der Schützenfestmontag begann traditionell mit dem Schützenhochamt in der Pfarrkirche. Nach dem Schützenfrühstück ließ Hauptmann Franz Lichte zum Vogelschießen antreten.
Das Vogelschießen dauerte in der damaligen Zeit nicht übermäßig lange. Meistens war das Wappentier gegen 12.00 Uhr von der Stange. So auch im Jahre 1968!
Bis zum Februar dieses Jahres war August Rehne (gest. 1993), Hauptmann und Vorsitzender des Bürgerschützenvereins gewesen. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte er geäußert, nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand zum kommenden Schützenfest gerne den Vogel abschießen wollen. Vielleicht spielte es bei seinem Bestreben auch eine Rolle, daß im darauffolgenden Jahr das Jubiläumsschützenfest bevorstand.
Die Sommergäste, die in der Pension Rehne (Henniges) Urlaub machten, verfolgten das Vogelschießen. Als sie bemerkten, daß der Vogel schon recht locker saß, und August immer noch ernsthaftester Königsanwärter war, holten sie seine Ehefrau Maria herbei, die mit zum Geschehen eilte.

Als sie von August entdeckt wurde, fragte er sie:
Wat meinste dann, sall iak ne dann awscheeten?
Dat most du doch selbest wiatten; mie is dat egal“,
entgegnete Mia.

Daraufhin ging August wieder zielstrebig zum Schießstand zurück, legte an, zielte und drückte ab. Mit diesem einen Schuß ergab sich der Vogel und stürzte unter dem Jubelgeschrei der Schützen zu Boden.
Obwohl Willi Eickhoff aus Werl ein ernsthafter Mitstreiter um die Königswürde war, konnte man nicht sagen, daß August den Vogel zur Überraschung aller abgeschossen hatte.
An diesem Montag zeigte sich der Wettergott von seiner besten Seite, so daß sich der Festzug bei warmen Temperaturen und strahlend blauem Himmel durch das Dorf bewegte.


Das Königspaar August und Maria Rehne im Festzug

Da der neue König die im Jahre 1962 gegründete Jugendblaskapelle leitete, initiierte er, daß diese im Festzug mitmarschierte. Seit diesem Tag ist es üblich, daß die einheimischen Musiker immer dann den Festzug am Schützenfestmontag mitgestalten, wenn ein aktiver Musiker die Königswürde errungen hat.
Ein großer Hofstaat folgte dem Königspaar. Fünfzehn Paare waren in dieser Zeit eher ungewöhnlich. Als Königsbegleiter hatte das Königspaar Alfons Winterberg sen. (gest. 1997) und Johann Eickhoff bestimmt.
Auf besonderen Wunsch des Königs waren die Herren des Hofstaates in weißer Schützenhose angetreten.
Nach dem Königs- und Kindertanz gab es am Königstisch ein warmes Abendessen.
Die Festmusik spielte zum Schützenball auf.
Besonderen Beifall gab es wie immer, als um 23.00 Uhr der Auszug der Fahnen unter den Klängen von „Preußens Gloria“ stattfand. Welch große Schritte Kriens Heini, Johandriggen Paul und Tüllmanns Reinhard machen konnten, wird vielen noch in Erinnerung sein. Es fehlte nicht viel, und sie hätten einen Spagat auf´s Parkett gelegt.

Der Schützenfestsonntag 1969

Der Verein feierte in diesem Jahr das 100-jährige Vereinsjubiläum. Hierzu waren alle Schützenvereine und Bruderschaften des Stadtgebietes eingeladen. Am Sonntagmorgen zelebrierte Pastor Rudolf Cordes im Park hinter der Schützenhalle einen Feldgottesdienst.

An diesem Gottesdienst nahmen auch die Vorstände der benachbarten und befreundeten Vereine mit ihren Fahnenabordnungen teil.


Pastor Rudolf Cordes zelebrierte den Festgottesdienst hinter der Schützenhalle

Zum großen Jubiläumsfestzug, der von sechs Vorreitern aus dem benachbarten Usseln angeführt wurde, erschienen die eingeladenen Schützenvorstände und Königspaare aus den Nachbargemeinden mit ihrem Hofstaat und den Musikkapellen, so daß die Festmusik aus Hoppecke und das Tambourcorps Wünnenberg lautstarke Unterstützung fanden.


Der Festzug anläßlich des Jubiläumsschützenfestes am Sonntag im Vordergrund
das Tambourcorps aus Wünnenberg


Die einheimische Bevölkerung und viele Gäste säumten die festlich geschmückten Straßen, um das Königspaar zu sehen. Dies stellte sich unterdessen mit seinem Hofstaat auf der Kirchenmauer auf, um die „Parade abzunehmen“. Während des Festakts am Nachmittag in der Schützenhalle, wurden auch verdiente Schützenbrüder geehrt.



Ehrungen langjähriger Mitglieder: von links: (bewegen Sie den Cursor über das Bild)
August Rehne (Henniges)
Lorenz Lichte (Fresen)
Wilhelm Krevet (Michels)
Albert Asmuth (Hawors)
Karl Asmuth (Dessels)
Heinrich Henning (Hübbels)
Johann Gerbracht(Kampes)
Johann Lichte (Hermes)
Johann Winterberg (Fixes)
Josef Deimel (Gräben)
Theodor Butterwegge (Hengemes)

Dem Festakt und den Ehrungen folgte der Königtanz aller anwesenden Königspaare.
Beim anschließenden Schützenball, zu dem der Musikverein Hoppecke aufspielte, war die Stimmung in der Schützenhalle ausgezeichnet. Viele der auswärtigen Schützen und Königspaare blieben noch lange im Kreise des feiernden Schützenvolkes aus Düdinghausen.
Ein schönes Fest, in dieser Größenordnung weder für den Verein noch für die Dorfbevölkerung bisher dagewesen, fand in den frühen Morgenstunden seinen Ausklang.