Königspaar 1955-1956

Josef und Regina Kemper

Der Schützenfestmontag 1955

Seit eh und je genießt der Schützenfestmontag bei den Schützenbrüdern aus Düdinghausen absolute Priorität. Auch in früheren Zeiten ist dies nicht anders gewesen. Das Düdinghäuser Schützenvolk feierte diesen Tag ihres Hochfestes gern. Anders als jedoch in unserer jetzigen Zeit, war es um Königsanwärter oft schlecht bestellt, da die Zeiten kurz nach dem 2. Weltkrieg noch recht schlecht waren.

Der Vogel war an der Spitze einer Holzstange befestigt. Einen Kugelfang und die heute erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen kannte man noch nicht. Auch waren die Gewehre noch nicht in einer fest montierten Halterung geführt. Der Schütze mußte daher schon genau zielen. Der eigentliche Schießvorgang wurde damals wie heute vom Schießleiter und dessen Vertreter beaufsichtigt und geleitet. Diese sorgten für die ordnungsgemäß Handhabung der Gewehre und luden sie neu.

Leider herrsche früher am Schießstand kein

„Gedränge und Geschubse“
Der scheidende König Hugo Butterwegge hatte das Schießen um die Königswürde eröffnet. Der Vorstand schloß sich mit den Ehrenschüssen an. Da der Vorstand im Vorfeld des Schützenfestes bereits wußte, daß es keinen Anwärter auf die Königswürde gar, begab sich dieser während der eingetretenen Schießpause schleunigst auf die Suche nach einem geeigneten Kanidaten. Zum Vorstand gehörten damals unter anderem Johann Kemper als Kassierer und Theodor Butterwegge als Schriftführer. Für diese beiden war Antwort für „ihr“ Problem schnell gefunden. Sie überredeten Müggerlüden Jupp, Sohn des Kassierers und Nachbarn des Schriftführers.

Von Mitkonkurrenten um die Königswürde konnte man daher wohl kaum sprechen, denn lediglich der Namensvetter Josef Kemper sen. aus Tepeln, griff kurz einmal mit in das Geschehen unter der Vogelstange ein, damit das Vogelschießen wenigsten etwas Spannung bekam. Als Patenonkel des jungen Josef Kemper aus Meggerlüden, wollte er diesem jedoch den Vortritt lassen und schoß nicht allzu genau. So gegen 13.00 Uhr stand dann mit dem 27-jährigen Josef Kemper der neue Schützenkönig fest.

Der neue Schützenkönig Josef Kemper auf den Schultern der Schützenbrüder Lorenz Lichte (Fresen Lenz) und Alfred Rehne (Jopekes)
Zur Königin nahm Josef sich seine Frau Regina, die gebürtig aus Zimmes stammt und die er erst im Jahr zuvor geheiratet hatte.

Nach dem Vogelschießen und der Königsproklamation traf man sind in fröhlicher Atmosphäre an der Theke und diskutierte noch einmal die Höhepunkte des Vogelschießens. Königsvatter Johann Kemper und Nachbar Theodor Butterwegge sen. freuten sich natürlich sehr über ihren gelungen Plan und haben daraufhin kräftig einen getrunken. Gottfried Kemper, Bruder des Königs, erinnert sich noch heute daran, daß die beiden sturzbesoffen nach Meggerlüden kamen, ihre Portomonaies auf den Tisch knallten und sagten: „Wer darin noch einen einzigen Groschen findet, der bekommt 100 Mark Belohnung!“ Man fand in der Tat keinen einigen Groschen mehr!

Am späten Nachmittag fand dann bei herrlichem Sommerwetter der Festzug unter Begleitung des Musikvereins Hoppecke statt.

Zu seinen Königsbegleitern hatte das neue Königspaar Lorenz Lichte (Fresen) und Theo Butterwegge jun. (Hengemes) bestimmt.

In den Hofstaat der zu damaligen Zeit noch aus wenigen Paaren bestand, berief das Königspaar Willi Kropff (Bruder der Königin) mit Freundin Maria Ricke, Heinrich Kaufhold (als guter Freund und Nachbar des Königs) mit Freundin Johanna Imöhl, Hans Gerk und Aenne Kemper, Josef und Maria Schönhense, geb. Kemper als Schwestern des Königs und Hugo und Gertrud Butterwegge, die damals noch Nachbarn von Meggerlüden waren.

Nach dem Königstanz feierte das Königspaar mit seinem Hofstaat und dem Schützenvolk noch kräftig bis in die frühen Morgenstunden.

Der Schützenfestsonntag 1956

Erstmals überhaupt fand am Sonntag ein großer Festzug mit Königspaar statt. Nach dem Abholen des Königspaares Josef und Regina Kemper legte Hauptmann Wilhelm Krevet (Michels) zu den Klängen „vom guten Kameraden“ einen Kranz am Ehrenmal nieder.

Dann bewegte sich der Festzug durch die Straßen zur geschmückten Schützenhalle.

Nach dem Einmarsch in die Schützenhalle feierte das Königspaar, die Schützen, alle Einheimischen und die vertretenen Gäste ein frohes Fest.

Das Königspaar 1955 mit Hofstaat und Eltern, Johann und Hedwig Kemper, vor der Vogelstange (Holzmast)
Leider viel zu früh verstarb Josef Kemper im November 1957 nach kurzer schwerer Krankheit. Der Verstorbene der in seinem Heimatdorf bei jung und alt beliebt war, sollte den elterlichen Betrieb fortführen.
Er hinterließ seine schwangere Frau (Sohn Josef, heute Pater, wurde kurz nach seinem Tode geboren) und die zweijährige Tochter Regina.